Herr Bertling.

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Wie CDU-Politiker über das Leistungsschutzrecht „diskutieren”.

Da haben wir den Salat: Das Leis­tungs­schutz­recht wurde heute ver­ab­schiedet. Ich würde ja auf eine aktu­elle Pres­se­mel­dung dazu ver­linken, aber das ist mir seit gerade eben nicht mehr ganz geheuer.

Nun dachte ich mir ges­tern, ich frage doch mal „meinen” MdB aus Hamburg-Altona, wie und aus wel­chen Gründen er zum LSR abstimmen wird. Was folgte, war eine per­fekte Demons­tra­tion dessen, was in der deut­schen Politik aus meiner Sicht falsch läuft. Da die Dis­kus­sion öffent­lich auf seiner Facebook-Seite ablief, hat der CDU-Politiker Marcus Wein­berg sicher­lich nichts dagegen, dass ich die Unter­hal­tung hier doku­men­tiere. Ich spare mir wei­tere Worte, der Screen­shot spricht für sich.

Diskussion mit CDU-MdB Marcus Weinberg zum Leistungsschutzrecht

Dis­kus­sion mit CDU-MdB Marcus Wein­berg zum Leistungsschutzrecht

Merkzettel: Social Media Grundlagen.

Am Dienstag Abend spra­chen Hendric und ich im Rahmen der Social Media Week Ham­burg über „Social Media für KMU / Gründer”. Die Ver­an­stal­tung kam (zumin­dest dem größten Teil des Feed­backs nach zu urteilen) gut an, die Leute waren sehr zufrieden, nicht nur mit Sam’s Essen. Wir hatten zum Schluss des Vor­trags eine Folie, die wir „Merk­zettel” genannt haben. Für mich war und ist das der Grund­stock, mit dem man sich dem Thema nähern sollte. Daher möchte ich die ein­zelnen Punkte mal genauer aus­führen, das könnte ja für den einen oder die andere recht hilf­reich sein.

TL;DR: Alles halb so wild und vor allem nur ein Sei­ten­as­pekt – ein gutes Pro­dukt bringt euch Geld, Social Media ist Beiwerk.

Social Media ist kein Heilsbringer.

Ins­ge­samt habe ich das Gefühl, das eine grö­ßere Gruppe von Men­schen in sol­chen Dis­kus­sionen stets auf die glei­chen Fragen und Pro­bleme stößt. Was mich dabei immer und immer wieder erstaunt, ist der gefühlte Glaube vieler Men­schen, dass einzig und allein Social Media Tools über das Wohl und Wehe nicht nur ihrer Kom­mu­ni­ka­tion, son­dern auch ihres Unter­nehmen, ihres Pro­dukt entscheiden.

Die lei­dige Shitstorm-Diskussion sollte dank Martin Oet­ting ja beendet sein, daher ein paar kurze Worte zum oben genannten „Wohl” in Sachen Social Media.

Ja. Ihr könnt schnell, ein­fach und vor allem mobil Inhalte online stellen. Ja. Es gibt unglaub­lich viele Netz­werke, Special-Interest-Sparten in eben diesen und viele, viele Blogs zu allen Themen. Ja. Ihr könnt euch dort überall ein­bringen und mit­dis­ku­tieren. Ja. Social Media funk­tio­niert genauso wie das nor­male Leben.

Nein. Ihr werdet nicht überall mit offenen Armen emp­fangen. Nein. Es gibt keine Tren­nung zwi­schen „Offline-Welt” und „Online-Welt” – ihr sprecht mit Men­schen, egal ob Face2Face oder über euer Smart­phone. (Außer ihr könnt gewinn­brin­gend an Bots ver­kaufen. Schreibt mich bitte sofort an.) Nein. Ihr werdet nicht dreimal so viel ver­kaufen, weil ihr eine Facebook-Fanpage erstellt habt. Das führt direkt zu Punkt zwei:

Euer Job ist, Geld zu ver­dienen. Nicht zu twittern.

Mit stei­gernder Dauer einer Dis­kus­sion über Social Media steigt die Wahr­schein­lich­keit gen 1, dass jemand die Frage der opti­malen Anzahl an Facebook-Posts pro Woche stellt. Andere gern gefragte Punkte beinhalten zudem die besten Tools für Facebook/Twitter/NetzwerkX, über wel­ches Netz­werk kann ich wie viele Men­schen errei­chen, und und und…

Das Schöne an sol­chen Fragen ist: Jeder kann sich dazu irgend­welche Zahlen aus­denken. Kann sie aus fun­dierten oder beliebig zusam­men­ge­stellten Daten­quellen ableiten. Man kann Zahlen aus anderen Län­dern und Kon­texten reißen und ein­fach über­tragen. Oder sogar revo­lu­tionär fest­stellen, dass alle bis­he­rigen Zahlen Quatsch sind und man die einzig wahre Wahr­heit in einem auf­wän­digen Ver­fahren gefunden hat.

Das ist schön für jeden Teil­nehmer einer Dis­kus­si­ons­runde und jeden im Publikum, denn man geht mit einer festen Auf­gabe nach Hause und weiß: Heute habe ich gelernt, dass ich mit Facebook-Posts zwi­schen $Uhrzeit1 und $Uhrzeit2 an drei Tagen pro Woche die beste Inter­ak­tion auf Face­book erzeuge. Jetzt werde ich/mein Unter­nehmen zum Social Media Superstar!

Wir haben uns im Vor­trag sehr bemüht, solche Aspekte außen vor zu lassen. Das hat einen ein­fa­chen Grund: Sie sind scheiß­egal. Ernst­haft. Ich kenne kein KMU, das durch die Opti­mie­rung seiner Facebook-Posting-Zeit/Tweet-Länge/Instagram-Tags/… nach­weisbar dau­er­haft mehr Geld ver­dient hat. Sollte es so ein Bei­spiel geben: Glück­wunsch, ihr habt offen­sicht­lich viele, viele andere Pro­bleme gelöst, so dass ihr euch mit einem sol­chen Thema beschäf­tigen könnt. Für den Rest gilt der nächste Punkt:

Macht geilen Scheiß.

Die meisten Unter­nehmen (zumin­dest jedes, das ich bisher im Endkunden-/Beratungs-/Arbeits– oder Bewer­bungs­leben kennen gelernt habe) haben ganz andere Pro­bleme, um die sie sich sehr viel drin­gender küm­mern sollten, als irgend­eine Social-Media-Optimierungs-Maßnahme. Als KMU (und ins­be­son­dere Gründer) würde ich erstmal dafür sorgen, dass ich nicht nur ein gutes, son­dern ein MEGA­gutes Pro­dukt her­stelle. Das kann eine außer­ge­wöhn­lich gute Bera­tungs­leis­tung sein, das kann ein her­aus­ste­chend gut geführtes Café sein, das kann eine zuver­lässig, feh­ler­frei und qua­li­tativ hoch­wertig arbei­tende Software-Firma sein.

Natür­lich fällt sowas nicht ein­fach vom Himmel – ein MEGA­gutes Pro­dukt benö­tigt viele kleine Schritte, viele Ver­än­de­rungen und hat vor allem immer irgendwo Ver­bes­se­rungs­po­ten­tial. Der Faktor „Zeit” bedingt dabei, dass sich nicht alles auf einmal lösen lässt, son­dern prio­ri­siert und der Reihe nach abge­ar­beitet werden muss.

Das ist jetzt weitaus weniger sexy als die oben beschrie­bene Wun­d­er­formel für den Social Media Ein­satz – sorry. Lang­fristig ist es aber die Kon­zen­tra­tion auf das Wesent­liche, die euch voran – und vor allem Kunden bringen wird. Der Rest folgt später und dann, wenn ihr Zeit habt. Nicht anders herum.

Schafft eine gute Online-Basis.

Beim Vor­trag wurde die Frage gestellt, wie lang man sich mit der grund­sätz­li­chen Ein­rich­tung ver­schie­dener Platt­formen inklu­sive Web­site beschäf­tigen soll. Meine Ant­wort am Dienstag war ca. eine Woche, das halte ich mit allem Drum­herum auch immer noch für rea­lis­tisch, wenn nicht sogar für zu viel. Ihr müsst nicht in jedem Netz­werk ver­treten sein. Noch wich­tiger: Ihr müsst nicht überall den bis ins Detail per­fekten Auf­tritt haben – Haupt­sache, die Infor­ma­tionen stimmen und Leute können euch ein­fach (!!!) kontaktieren.

Baut ihr eine Web­site auf, so muss diese z.B. nicht von Beginn an visuell per­fekt sein – sie muss die rich­tigen Infor­ma­tionen ent­halten. Alles wei­tere könnt ihr nach und nach ver­bes­sern. Die Aus­wahl der rich­tigen Schriftart z.B. kann warten, für’s erste sehen Hel­ve­tica, Georgia oder zur Not sogar Ver­dana gut genug aus. Der Aufbau eines Twitter-Accounts erfor­dert fort­lau­fend Zeit, daher sollte man lieber zu früh als zu spät sichern und immer mal wieder (hallo, Toi­lette ;-) ) the­ma­tisch pas­senden Leuten folgen, schreiben, Bezie­hungs­pflege betreiben. Wenn ihr Twitter über­haupt nutzen wollt, denn:

Erreicht die rich­tigen Leute, nicht die meisten.

Je nachdem, wel­ches Unter­nehmen ihr betreibt (betreiben wollt), unter­scheidet sich eure Ziel­gruppe. Die könnt ihr mit ein biß­chen Recherche eigen­ständig ermit­teln – Wettbewerber-Analyse, Google Alerts, Google Insights, Twitter-Suche, Mini-Umfrage im Bekann­ten­kreis zu euren Unter­neh­mens­plänen (Wer würde bei euch kaufen? Wann? Warum? Wo kauft die­je­nige das bisher?) und auch Nach­denken helfen euch hier weiter.

Und je nach Unter­nehmen werdet ihr auch das für euch pas­sende Netz­werk finden, in dem sich sowohl eure Ziel­gruppe auf­hält und ihr zugleich auch pas­sende Inhalte (Text, Links, Bilder, Videos,…) posten könnt. Falls ihr nicht alle Netz­werke kennt: Keine Sorge, ein kurzer Blick auf den jewei­ligen Wikipedia-Artikel wird euch bei der Ein­schät­zung helfen, ob ihr das nutzen könnt/solltet oder eben nicht.

Ein lokales Geschäft z.B. will – welch eine Über­ra­schung – die Anwohner in der näheren Umge­bung errei­chen. Das schreit förm­lich nach Google Places, Fours­quare, Qype/Yelp, Face­book Places etc. Allein die Anzahl der Apps, die per Fours­quare orts­be­zo­gene Daten ziehen, ist ein zwin­gendes Argu­ment für ein eigenes Fours­quare Venue. So schwierig ist das auch nicht.

Wichtig bei jeg­li­chem Enga­ge­ment: Erhofft euch von euren Social Media Accounts nicht aber­tau­sende Follower/Freunde/Fans/whatever. Ver­sucht lieber, die rich­tigen Leute zu errei­chen. Sprecht Kunden an, bittet sie um Emp­feh­lungen, ver­weist auf jeg­liche Pro­file, die ihr habt, per Sti­cker im Laden/Banner auf der Web­site etc. Wer euch mag, wird das dort auch ausdrücken.

Nutzt, was euch Spaß macht!

Euch ist nicht geholfen, wenn ihr irgendein Netz­werk „bespielen” müsst, das ihr hasst. Ihr „müsst” ein Blog schreiben, kommt aber zeit­lich nicht dazu oder hasst das weiße, leere Text­feld vor euch? Lasst es sein. Ihr kommt mit Face­book nicht klar? Weg damit. Das ist nicht nur ein­fa­cher, son­dern vor allem besser als ein ver­waistes Profil in irgend­einem Netz­werk. Den SEO-Effekt, den ihr euch davon viel­leicht ver­sprecht, habt ihr mit gutem Ein­satz im rich­tigen Umfeld schneller wieder heraus als ihr euch über das blöde andere Netz­werk ärgert, versprochen.

Wenn ihr diese Punkte beher­zigt, dann sollte der Umgang mit dem Thema recht ent­spannt laufen. Wichtig zudem: Da die Anmel­dung in all diesen Netz­werken kos­ten­frei ist (Side­note: Kauft bloß keine teuren Tools für irgendwas! Ihr seid kein Groß­kon­zern!), solltet ihr bei Zwei­feln unbe­dingt mit einem pri­vaten Account, einer pri­vaten Fan­page etc. erstmal testen, wie euch das alles so gefällt und was ihr für Mög­lich­keiten habt. Das tut nicht weh.

Und zu guter Letzt: Auch wenn das alles neu und tech­nisch auf­re­gend ist, bleibt am Ende doch eins – ihr betreibt dort Kom­mu­ni­ka­tion. Wenn ihr euch also in Wort und Ton so ver­haltet, wie ihr es im direkten Gespräch macht, werdet ihr es schon meis­tern. Außer ihr seid Arsch­lö­cher, dann kann ich euch auch nicht helfen ;-)

(Bestimmt habe ich ganz viele, ganz wich­tige Aspekte ver­gessen. Ergän­zungen, Kor­rek­turen und Beschimp­fungen gerne in den Kom­men­taren. Bitte denkt daran: Wir spre­chen nicht über Großunternehmen.)

Bipoland

BIPOLAND from Matty Brown on Vimeo.

Wow, just wow.

Poland is a country with a very brutal past, even so recent at just 70 years ago. The holo­caust is some­thing I have thought about often as a child, espe­cially as a 3-year-old with a vivid ima­gi­na­tion and my father sit­ting me in front of the tele­vi­sion to watch Pink Floyd’s ‚The Wall’ film. I have always wanted to visit the con­cen­tra­tion camps and let the serious­ness and power of it envelop me, humble me, and change me. It was one of the most chil­ling moments of my life, also because of how peaceful and beau­tiful the camps were. Spring flowers bloo­ming bright and birds play­fully jum­ping over the brick rubble. The calm breeze defi­ni­tely added to its eeri­ness.
Poland has this ten­sion that is slowly hea­ling itself as time goes by and newer gene­ra­tions emerge, but you cannot look in any direc­tion wit­hout the con­stant reminder of the past whe­ther it is the rem­nants of the ghetto wall, or the cau­tious faces of the elderly. This piece was sup­posed to be about Ausch­witz, but in making the video the sur­prise was how vibrant, tough, and full of life the Polish people are. I was as emo­tio­nally impacted with these new won­derful fri­ends and sen­sory over­load of the gor­geous present-day country as I was with sym­pathy and sad­ness at the camps. Even though they are very tough souls, I started to admire them and their country.
I chose to not only observe present-day Ausch­witz, but also present-day Poland, docu­ment both, and show them as I felt them…knowing the strength of these people who looked for­ward and fought tooth and nail so the new gene­ra­tions could live these beau­tiful lives today inspires me so much. This is my tri­bute to Poland, its people, and the ones who perished in World War II.

Unpretentiousil

„HIPSTER is the main source for scarf wea­ring, blog­ging, buying vinyl and orde­ring fair trade.”

http://www.youtube.com/watch?v=GexI4b0iH50

(via Hauke)

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