Die deutschen Verleger träumen von einem Leistungsschutzrecht (Wikipedia), das CDU und FDP auch im Koalitionsvertrag bereits festgeschrieben haben. Mario Sixtus bringt in einem feinen Rant die gesamte Problematik des Leistungsschutzrechts auf den Punkt:
Ihr wollt eine Art Steuer kassieren für all die Arbeit, die es bereitet, Texte online zu publizieren. Das ist die Leistung, die geschützt und bezahlt werden soll. Nicht etwa die Texte selbst sind es, für die ihr honoriert werden wollt, sondern das Zusammentragen und online stellen. Richtig? Wo und wie dieses Geld eingesammelt werden soll, ist zwar noch nicht ganz klar, aber immerhin habt ihr da schon ein paar Ideen. Vielleicht aber könnte man dazu auch Wahnvorstellung sagen. Einer dieser Einfälle, der ein wenig nach Megalomanie, Irrwitz und gekränktem Narzissmus schmeckt, lautet: News-Aggregatoren sollen zahlen. Also Angebote wie Google News. Dafür, dass sie diese Textschnipselchen anzeigen, die als Hyperlinks dienen, die zu euren Verlagsangeboten führen. Google spült euch die Hälfte eurer Besucher auf die Seiten und jetzt sollen sie dafür bezahlen? Das ist in etwa so, als würde ein Restaurantbesitzer Geld von den Taxifahrern verlangen, die ihnen Gäste bringen.
Damit die Verleger selbst diesen Text zu Gesicht bekommen, hat Martin Oetting einen kurzen Aufruf veröffentlicht. Er möchte Spenden für eine Druckversion des Textes in der FAZ, SZ oder Zeit sammeln. Oder wie Johannes Kleske passend kommentierte:
Damit ich das richtig verstehe: Wir wollen den Verlegern Geld geben, damit sie drucken, wie scheiße wir sie finden?
Die entsprechende Spendenseite gibt’s bei betterplace.org. Das wird nicht billig. Aber so geben Ihnen die Partygäste endlich mal das Begrüßungsgeld ;)