Auch den drei Beamten dort schilderte ich unter Tränen nochmals den ganzen Sachverhalt und fragte, ob ich der Erkennungsdienstlichen Erfassung denn wenigstens formell widersprechen könne, da es sich doch ganz klar um ein Missverständnis handele – dies wurde verneint und ein Schild an der Wand wies mich mittels eines Paragraphen darauf hin, dass die Erkennungsdienstlichen Maßnahmen notfalls auch mit Gewalt durchgeführt werden könnten. Ich könne aber mit Hilfe eines Anwalts im Nachhinein der Maßnahme widersprechen, wozu er mir auch raten würde. Meine Frage, wer die Maßnahme angeordnet hätte, wurde mir mit einem Buchstabenabkürzung beantwortet, deren Bedeutung mir die anwesenden Beamten aber nicht erklären konnten oder wollten. Es wurden meine Fingerabdrücke von beiden Händen (alle Finger und komplette Hand), in doppelter Ausführung genommen, sowie erneut Fotos, offensichtlich für die Verbrecherkartei,gemacht.
Unglaublich, was @alios da bei der Demo „Freiheit statt Angst” passiert ist. Nach der freiwilligen Herausgabe seines stets mitgeführten Multifunktionswerkzeugs (inklusive Messer – dummerweise) gerät er in die (sorry für den Ausdruck…) „Mühlen des Systems”.
Er bemerkt zum Ende des Artikels, dass ja eigentlich alle Beamten „nur Befehle und Anweisungen ausgeführt [.] haben”. Aber darf man deshalb jemanden so behandeln? Bei Sätzen wie: „… und hatte das Gefühl, als Mensch ernst– und wahrgenommen zu werden” fehlen mir wirklich die Worte. In was für einem Land leben wir eigentlich? Unfassbar.
PS: Der Titel soll natürlich keine Aufforderung sein, sich „unkooperativ” zu verhalten. Das macht es auch nicht besser. Bedenklich ist es in jedem Fall, dass sowas einem unbedarften Demonstrationsteilnehmer passieren kann.
Update: Es gibt diverse Mirrors des Original-Textes. Serverkapazität & Interesse an der Geschichte gehen wohl stark auseinander ;)