Eine Meinung zu #S21 ist ja mittlerweile scheinbar Pflicht Mode Ich habe mich in den letzten Tagen bis auf einige Retweets vornehm zurückgehalten. Stattdessen habe ich eine von Social Media Experten hochgelobte Tugend an den Tag gelegt: Das Zuhören (-lesen…).
Bevor jemand zur Thematik Stellung bezieht, sollte man sich in meinen Augen etwas tiefer einlesen. Denn recht schnell kommt der Gedanke, warum denn die Stuttgarter erst jetzt auf die Idee kommen zu protestieren. Dass da – gerade bei der Vehemenz der Demonstrationen – mehr dahinter stecken muss als das aus dem Dornröschenschlaf erwachte schwäbische Bürgertum, darauf kam ich recht zügig. Dass der Protest keinesfalls ein „rot-rot-grüner” (hach, diese Schwarz-Weiß-Malerei…) Zwangsprotest gegen die CDU ist, schien ebenfalls recht schnell klar. Ein sehr sehr lesenswerter Artikel bei Zeit Online über die Vorgänge rund um das Projekt in den letzten Jahren kann ich jedem sehr ans Herz legen: Stuttgart 21 – Ausgetrickst und abgekanzelt. Die Financial Times Deutschland zeigt auf, warum das Projekt finanziell nicht lohnenswert ist und folgert:
Unter Abwägung aller Argumente erscheint ein Szenario, in dem sich die Projektpartner gütlich auf einen Ausstieg einigen, besser als ein Finanzabenteuer mit unabsehbaren Milliardenrisiken. Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.
Einige verwunderliche Reaktionen aus der Blogosphäre habe ich zudem über’s Wochenende gelesen. Diese wurden glücklicherweise von Nils und Enno ausreichend und vor allem mit der nötigen Portion Abstand und Abgeklärtheit diskutiert, bitte dort weiterlesen.
Eine Sache noch von mir: Es ist indiskutabel, wie die Polizei am Donnerstag gegen die Demonstranten vorgegangen ist. Für alle weiteren Punkte möge sich der geneigte Leser selbst ein Bild der Situation verschaffen.