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7 Psychos. One of the best movies I’ve seen in a long, long time.
Warum entdeckte ich die erst heute?
Sowas kann man sich gar nicht ausdenken!
Es ist das gute Recht von Google, Lobbyarbeit zu machen. Unternehmen verfolgen immer eigene Interessen. Doch diese Kampagne ist beispiellos: Der Konzern will die deutschen Internetnutzer glauben machen, dass er für ihre Rechte, ihre Freiheit, das Gute in der Gesellschaft kämpft. Tatsächlich geht es um wirtschaftliche Interessen.
schreibt Konrad Lischka bei Spiegel Online.
Wohingegen ich erwidern möchte:
Weil Herr Buddenbohm eine schöne Idee hatte, schreiben Menschen (Hamburger, um genauer zu sein) über ihre Stadtteile. Etwas entsetzt stellte ich fest, dass Altona bisher gar nicht auftauchte. Aber das kann man ja ändern. Was Wikipedia unter dem Bezirk Altona versteht, ist viel zu viel für einen Beitrag, daher soll uns hier Altona-Altstadt, –Nord und insbesondere Ottensen genügen.
Altona also. Der Stadtteil, der sich anfühlt wie ein guter Döner. Alles drauf, aber von nichts zu viel. Wir können Schanze, auf dem Alma-Wartenberg-Platz versuchen wir es zumindest. Aurel, Red Lounge, Familieneck, Blaues Barhaus oder Rehbar schaffen das außerordentlich gut. Eppendorfer und Eimsbütteler fühlen sich beim Anblick der Altbauten in Ottensen direkt zu Hause, das Rathaus ist da ganz weit vorne. Stellt man einen Auswärtigen in die verwinkelten Nebenstraßen, wird er sie von Eimsbüttel kaum unterscheiden können, höchstens die leicht geringere Kinderwagendichte könnte ein Hinweis sein.


Wer den Hauptbahnhof und die Mönckebergstraße mag, fährt einfach bis zum Altonaer Bahnhof und durchquert die Ottenser Hauptstraße – sogar für eine Mini-Europa-Passage namens Mercado ist Platz. Das ist nicht unbedingt schön, weil der Raum um den Bahnhof durch diese Läden eine gewöhnliche Standard-Einkaufspassage ist, wobei der Aufstand gegen uniforme Läden eindrucksvoll und regelmäßig an den Lovelyboots-Scheiben dokumentiert wird. Aber es ist nun mal auch verdammt praktisch.
Für westlicher angesiedelte Menschen (aus z.B. Blankenese) ist der Übergang zu normaler Stadt dank der Elbchaussee wenig schmerzhaft, Elbblick inklusive. Menschen aus St. Pauli fühlen sich bei Altona 93 wohl, mäßig erfolgreiche Fußballclubs dürften ihnen zumindest bekannt sein. Und wer einen atemberaubenden Ausblick benötigt, der setzt sich einfach auf eine Bank am Altonaer Balkon oder lässt die Schiffe am Elbstrand bei Grill und Astra vorbeiziehen.


Vernetzt sind wir auch bestens, denn die Anbindung an alle oben erwähnten Stadtteile ist dank S-Bahn und Bus im 10-Minutentakt gesichert. U-Bahnen haben wir nicht nötig. Dafür erreicht man das Dockland und den Elbstrand mit der Linie 62. Die ist ein Boot und somit per se viel cooler als eine U-Bahn jemals sein kann.
Für Kultur ist gesorgt, das Altonaer Theater (direkt beim Rathaus), das Thalia Theater in der Gaußstraße und das Zeise Kino sind z.B. drei beliebte Anlaufpunkte. Zudem steht vor der Fabrik gefühlt immer irgendein Tourbus. Einmal dachte ich drüber nach, Henry Rollins aus dem Schlaf zu klopfen. Ich dachte nur kurz nach, aus nachvollziehbaren, muskulären Gründen.
Die vielen Kneipen, Cafés und kleinen Läden machen das Leben im Stadtteil sehr angenehm – viele internationale Läden mit gutem Essen sind ja nie verkehrt. Das internationale Gefühl Altonas lässt sich am besten während der Altonale erleben, wenn man sich in ganz Ottensen vor lauter kleinen Veranstaltungen in Nebenstraßen, Hinterhöfen und großen Bühnen kaum retten kann.
Gefühlt möchte gerade jeder Agenturmensch zwischen 20 und 40 Jahren in Altona wohnen. Das ist schwierig, da hier ja schon ~87.000 Leute wohnen. Der Mietwahnsinn hat daher auch hier leider längst Einzug erhalten – ob sich der kleine türkische Gemüsehändler neben dem schwedischen Möbelhaus halten kann, darf gern bezweifelt werden. Vermehrt schießen auch kleine Mutti-Läden aus dem Boden, die man zuvor eher in Eppendorf vorfinden konnte. Viele Bekannte berichten von teilweise dreifachen Mietpreisen für grundsanierte Wohnungen. Das alles zeigt, dass sich der Stadtteil gerade im Umbruch befindet. Das werden die nächsten Jahre zwangsläufig zeigen – bis dahin lässt es sich zwischen Elbstrand und Bahrenpark aber ganz gut leben.
Vielleicht ist Altona doch nicht der Döner mit allem drauf. Sondern einer, dem bald vor lauter „drauf” die wichtigen Kleinigkeiten rausfallen. Aber wer mag schon einen Döner nur mit Fleisch?